Im Inneren des Erfurter Doms befindet sich eine außergewöhnliche mittelalterliche Bronzeskulptur, die unter dem Namen „Wolfram“ bekannt ist. Die Figur dient als Träger zweier Kerzenleuchter und gehört zu den bedeutendsten erhaltenen Bronzearbeiten des europäischen Mittelalters. Entstanden ist sie vermutlich um das Jahr 1160 in der Magdeburger Gießhütte und zählt heute zu den ältesten freistehenden Bronzeskulpturen Deutschlands. Zugleich gilt sie als die größte nahezu lebensgroße, anthropomorphe Rundplastik aus Bronze aus dieser Zeit.
Dargestellt ist ein bärtiger Mann in einem fließenden Gewand, dessen genaue Zuordnung zu Stand oder Epoche nicht eindeutig ist. Die Kleidung lässt sowohl an ein priesterliches Gewand als auch an das Gewand eines Büßers denken. In der Haltung eines Adoranten hebt die Figur beide Arme empor – jedoch ohne die Hände zu öffnen. Stattdessen hält sie zwei Kerzenfassungen, die der Skulptur zugleich ihre praktische Funktion als Leuchterträger verleihen.
Die Figur steht auf einem Sockel mit quadratischem Grundriss, der von burgartigen Zinnen umgeben ist. An seinen vier Ecken tragen kleine menschliche Gestalten in floraler Einfassung den Sockel. Sie werden häufig als symbolische Darstellung der vier Flüsse des Paradieses gedeutet und verweisen damit auf die reiche Bildsprache mittelalterlicher Theologie.
Die genaue Bedeutung der Figur ist bis heute nicht abschließend geklärt. Möglich ist die Darstellung eines alttestamentlichen Propheten, wodurch eine theologisch gedachte Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament zum Ausdruck kommen könnte. Unabhängig von ihrer konkreten Deutung beeindruckt die Skulptur bis heute durch ihre Größe, ihre plastische Präsenz und ihre kunsthistorische Bedeutung.
Die hier gezeigten Fotografien dokumentieren die Bronzeskulptur „Wolfram“ in hoher Auflösung und machen Details der mittelalterlichen Metallarbeit sichtbar, die mit bloßem Auge oft kaum wahrnehmbar sind. Durch professionelle Kunstfotografie lassen sich Struktur, Patina und plastische Form der Skulptur präzise erfassen und für Dokumentation, Forschung, Publikationen oder Archive dauerhaft festhalten.
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